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Bereits vor einigen Wochen fand sich in der Online-Ausgabe der Zeit ein durchaus differenzierter Artikel, der sich mit der Frage von Homos und Fußball (und dabei vor allem Profifußball) auseinandersetzt: Schwule Kicker im Abseits nimmt dabei die Doppellebenproblematik etc. ins Visier. So weit, so schlecht. Dass hier die Mehrheitsgesellschaft die Regeln bestimmt und der Minderheit den Zugang zu ihren letzten Jagdgründen – Verzeihung: Rasenflächen – zu verwehren sucht, das ist ja eigentlich nichts neues, wenngleich es beim Fußball eben nur besonders deutlich wird.
Auf der anderen Seite können wir uns ja alle froh und glücklich schätzen, dass es endlich viele tolerante Menschen gibt, die „nichts gegen Schwule“ haben, „auch welche kennen, die ja total nett sind“ und so weiter. Der Schwule an sich scheint es zwar noch nicht bis in die Profiligen des Fußballs geschafft zu haben aber es geht immerhin voran. Theo Zwanziger hat ja verkündet, dass er nun als persönlicher Schutzengel für sich outende Profifußballer fungieren werde. Interessant darauf die Reaktion des Christoph Daum, der offensichtlich ganz andere Sorgen hat:“Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen vorzugehen, die gleichgeschlechtlich ausgeprägt sind.“, argumentierte der Gute hier und weiter: man müsse „der uns anvertrauten Jugend mit einem großen Verantwortungsbewusstsein entgegentreten.“

Besagte Fernsehsedung im zdf brachte aber noch eine weitere erstaunliche Erkenntnis: als quasi Fachmann war Marcus Urban geladen, der nun auf die Frage, ob das Problem der Ablehnung der Schwulen in Dummheit oder in Homophobie begründet liege, ausgewogen mit „Homophobie ist es glaub ich nicht“ antwortete – und dazu gleich einen empirischen Beweis mitbrachte (quantitative Methodenkritiker bitte hinten anstellen): Mario Basler:
„Nein, beteuerte der ehemalige Bundesligaprofi, er persönlich habe nichts gegen Schwule. Besonders glaubwürdig klang das jedoch nicht. Schließlich räumte Basler auf Nachfrage ein, insgeheim habe er schon den einen oder anderen Kollegen der Homosexualität verdächtigt: „Man achtet schon darauf, wie jemand läuft.“ Ja, es gehöre in der Bundesliga sogar zum guten Ton, den Gegner zu verunsichern, indem man ihm unterstelle: „Du bist doch schwul.“ Doch offen spreche man darüber nicht.“ (hier).

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