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Monthly Archives: Juli 2009

im original von karussell.
hier in der version von staubkind.

danke an marion für den hinweis, quasi 🙂

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nur ein schneller nachtrag:

eine sehr gut recherchierte und auch sachlich kompetente radioreportage gibt es hier beim deutschlandradio. man kann die sendung lesen oder hören. sehr angenehm finde ich, dass dort tatsächlich auf den leidigen begriff „homo-ehe“ zugunsten des richtigen begriffs der „eingetragenen lebenspartnerschaft“ verzichtet wird.

eine zusammenfassung der reaktionen einzelner politiker findet sich hier.

eine gute auseinandersetzung zum thema ist in diesem blog nachzulesen.

eine zusammenfassung der studie, auf die brigitte zypries sich bezieht, findet sich auf dieser seite des bmj ganz unten als pdf-datei.

bleibt noch die frage:

zwei paar socken sind dann auch mal fertig geworden.

das erste ist ein ganz weiches aus einem älteren abo auf der merino medium von handgefaerbt.com. es war mir eine große freude, die socken zu stricken und da sie günstigerweise genau die größe 45 bekommen haben und mir passen, behalte ich sie. und mit 84g sind sie auch keine wirkliche belastung für meine zarten füßlein.

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und das andere paar sind grüne monstersocken aus ein paar resten. die machen mir immer viel freude. dieses mal in größe 40. heißer dank geht an andrea fürs geduldige fädenverstechen. nach dieser prozedur sind genau 69g socken übrig geblieben. und sie sind so grün!

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und ein tolles lied hab ich auch noch gefunden.

eigentlich ist schon die tatsache, dass man politisch darüber diskutieren muss, ob zwei menschen, die sich entschieden haben, einen weiten teil ihres lebens gemeinsam zu verbringen, weil sie sich lieben, kinder adoptieren können dürfen problematisch. aber die diskussion zeigt, dass die viel beschworene angeblich gestiegene akzeptanz gegenüber jenen, die nicht in das klassisch heterosexuelle „vatermutterkind“-bild passen, bei weitem noch nicht an dem punkt angelangt ist, an dem sie sein sollte.
mir geht es im moment weniger darum, im bestehenden rechtsmodell eine verbesserung zu fordern. solange die „eingetragene lebenspartnerschaft“ als sondermodell für homosexuell liebende oder begehrende personen nicht in ein gleichwertiges rechtsinstitut, das allein menschen offen steht und damit nicht wieder stigmatisierend ist, überführt wird, halte ich eine adoptionsdebatte nur aus einem grund für sinnvoll: sie scheint mir ein wirklicher lakmustest dafür zu sein, welche vorurteile sich gesellschaftlich gegenüber der imaginierten gruppen „der schwulen“ oder „der lesben“ nach wie vor existent sind.

ich bin frau zypries also dankbar, dass sie die debatte angestoßen hat, denn nun ist es wieder möglich, die wirklich klassischen stereotype in neuer auflage zu hören und zu lesen. ein besonders perfide formuliertes „argument“ war gestern von frau haderthauer, csu, sozialministerin in bayern, zu vernehmen. laut tagesschau.de sagte sie:

„Die Einschätzung des Gesetzgebers, wonach Ehepaarfamilien am besten solche optimalen Bedingungen gewährleisten können, halte ich nach wie vor im Sinne des Kindeswohls für angemessen und richtig.“

mit ehepaarfamilien sind in diesem zusammenhang heterosexuelle zweipersonenfamilien gemeint. kurz vorher wird sie im gleichen artikel mit den worten

Ziel von Adoptionen sei es, für Kinder eine optimale Familie zu finden und nicht umgekehrt

wiedergegeben.
dahinter steckt eine doppelte diskriminierung. erstens: homosexuelle paare (um die geht es hier) wollten kinder aus egoistischen gründen adoptieren. welche das genau sind, bleibt im dunkeln.
ich stelle drei vermutungen an.
vermutung eins: zwei menschen leben zusammen und wünschen sich ein kind. das könnte man in der tat als egoistisch interpretieren, je nach dem, welche gründe hinter dem wunsch nach dem kind stehen. allerdings erscheint es mir fraglich, ob die motivationslage aus der sexuellen orientierung der beiden menschen erklärt werden kann. anders gefragt: wenn sich ein heterosexuelles paar, das aus welchen gründen auch immer keine selbstgemachten kinder hat, ein kind zur adoption wünscht, hat dieses paar dann einen moralisch besser zu bewertenden kinderwunschgrund als ein nicht-heterosexulles, das aus welchen gründen auch immer keine selbstgemachten kinder hat? ist es zum beispiel legitimer, wenn ein heterosexuelles paar, in dem ein teil unfruchtbar ist, adoptieren will als wenn ein nicht-heterosexuelles paar adoptieren will? dahinter steht die klassische und immer wieder bemühte „natur“vorstellung, die entweder biologisch oder religiös verbrämt eingesetzt werden kann.

vermutung zwei: zwei menschen haben in der tat altruistische gründe und finden, dass es arme kinder gibt, die lieber ein liebevolles zuhause haben sollten und nicht im heim leben und wollen daher adoptieren. man könnte sagen, dass es sowas wie nächstenliebe oder solidarität gibt, die hier eine rolle spielt. auch hier vermag ich in der begründung keine unterschiede zwischen heterosexuellen und nicht-heterosexuellen paaren zu sehen: zwei (davon gehe ich im moment der einfachheit halber aus) menschen entscheiden sich, gesellschaftlich etwas sinnvolles zu tun und finden, adoption ist das richtige für sie.

vermutung drei: jetzt wird es spannend, denn: wer sich für eine adoption entscheidet, dürfte vermutlich sehr gründlich darüber nachdenken, ob er ein kind haben will oder nicht. das heißt: ein adoptiertes kind entsteht nicht durch eine vergessene pille, einen unfall oder eben „einfach so“. damit kann zumindest angenommen werden, dass die adoptierenden paare sich sehr genau überlegen, was und warum sie das tun, was sie tun wollen. und das dürfte auf die qualität der familiensituation vermutlich einen positiven einfluss haben. und auch das gilt für sämtliche formen familiärer zusammenhänge, egal, wer da mit wem ein kind erzieht.

die zweite diskrimierung oder besser: unterstellung – ist weitreichender. denn dabei geht es tiefer in die struktur des gesellschaftlichen zusammenlebens. frau haderthauer entlarvt, ohne es zu wollen freilich, einen interessanten zusammenhang. aus dem begehren von menschen in einem westlich zivilisierten land im 21. jahrhundert nicht mehr als bürger zweiter klasse behandelt zu werden (und zwar dann, wenn es um rechte nicht aber, wenn es um pflichten geht), entwickelt die sozialministerin eine polemik: wer gleichberechtigung einfordert, weil er eine „abweichende“ sexuelle orientierung hat, verlangt etwas anstössiges. will so eine person womöglich kinder erziehen, dann geht es dieser person nicht um die kinder sondern nur um sich selber. dieser rhetorische trick wird von dominanten (genauer: hegemonialen) gruppen gerne angewandt, wenn ihnen jene, die sie unterdrücken, an die privilegien wollen. genauso wie es nicht geht, dass die „ehe“ für alle menschen gilt, es für „die“ homos also ein extragesetz gibt, genauso geht das auch nicht mit den familien.
oder anders gesagt: was hier passiert ist eine gesetzliche festschreibung der unterscheidung zwischen heterosexuellen und homosexuellen menschen. dahinter steckt die idee, dass homosexuelle per se andere menschen und per se bestimmte eigenschaften haben (alle), die dazu führen, dass sie nicht auf kinder losgelassen werden sollten – und schon gar nicht da, wo man sie nicht kontrollieren kann – im eigenen heim nämlich. so wird simultan auch das bild der „irgendwie doch abartigen“ neu belebt, auch wenn das nicht explizit gesagt werden muss. auch dieses bild ist ein klassiker in mehrheiten-minderheiten-konstellationen.
so wird eine fiktion die alleinexistenz einer familienform inszeniert, die es empirisch schon lange nicht mehr gibt. denn: wenn ein kind vater und mutter braucht, dann sollte es keinen alleinerziehenden elternteile geben. und mehr männliches personal im primarbereich der bildungsinstitutionen. und so weiter.

ungefähr dreimetervierzig schal habe ich gestrickt – von der machart her simpel: ein selbstmusterndes garn (und zwar merino extra von handgefaerbt) und eine sechsfädige weiße sockenwolle als kontrast. zusammen sind das ca. 300g.

und ein josephinentuch habe ich ausprobiert. das ist aus drei strängen zitron handart (gekauft im lieblingswolleladen) und damit auch etwa 300g schwer.

(1000 dank an frau mascha für die tollen bilder)

natürlich habe ich unterwegs die eine oder andere socke gestrickt. alle haben was gemeinsam: sie sind für mich!

das erste paar ist aus einem ganz besonderen garn, das mal aus drachenwollhausen hier ankam und wirklich leuchtend bunt ist (und unter der bunten farbe ist eine zitron-wolle. das ist auch immer schön).
und so sehen die 76g drachenwolle jetzt aus:

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als nächstes socken aus einem besonderen garn von der zauberwiese, 75g schwer:

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und letztlich ein wilder von tausendschön, 82g schwer und mit dem namen „dschungelcamp“ bedacht:

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und schöne musik – gerne wäre ich bei dem gestrigen (einzigen in deutschland stattfindenden) konzert gewesen:

zu einer klassischen kaffeefahrt gehören verschiedene elemente, die in ihrem zusammenspiel dann einen zunächst unschuldig erscheinenden ausflug zu einer wirklichen kaffeefahrt werden lassen.

zunächst: die reise in einem großraumverkehrsmittel
zunächst noch nichtsahnend und vorfreudig

ahnt der reisende langsam, dass etwas nicht stimmt

.

der nächste schritt: in einem abgelegenen winkel der welt werden in stundenlangen verkaufsvorführungen, bei denen es dann zwar kaffee aber kein entkommen gibt, mehr oder weniger hochwertige produkte angeboten:

besonders beliebt: das komplettpaket „socken zum selberstricken“:

und auch das geschenkset (nein, heute gibt es nicht mehr zehn frische landeier) – dieses mal eine „moderne fitnesskollektion für sie und ihn“ erweist sich als eher eigenwillig:

aber wir haben das beste daraus gemacht 🙂
und es war – natürlich – sehr schön:

und natürlich wollen wir ganz bald wieder kommen!

..und für ein paar tage unterwegs…

frau mascha und ich treffen uns sonntäglich zum krimistricken. was eine sehr schöne institution geworden ist. da mein wollewickler bei ihrer haspel lebt, habe ich heute ein wenig nachschub an strickfertigen sockengarnen angefertigt.

und so sieht das ergebnis aus:

das linke knäuel in der zweiten reihe ist eine fraumaschafärbung, die ich underwaterlove genannt habe. ja, die 90er kommen eben auch wieder…

socken in größe 38 aus wolle von zitron, gekauft im schönsten wolleladen der welt.

socken in größe 40 aus wolle, die ich geschenkt bekommen habe.

und socken in größe 39 aus wolle aus der schönfärberei

1000 dank an mascha – nicht nur für die schönen bilder.

und noch lied für alle: