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Monthly Archives: August 2009

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so. es gibt socken. erstmal noch ein quasi nachgereichtes paar. das ist aus zitronsockentweed, den frau dornröschen gefärbt hat. das muster ist das, das frau mascha und ich uns einst ersonnen haben. ich glaube – das so nebenbei – wir werden das wieder tun.
die größe der socken ist 39, gestrickt sind sie mit 2,5er-dafür-nadeln und sie wiegen 71g.

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dann ein paar in lila aus der Bluefaced Leicester superwash von dibadu. wenn ich mich recht entsinne, heißt die färbung „ein traum von lila“. ich hab 2,5mm nadeln aus veilchenholz von holz und stein genommen. ich denke inzwischen, dass ich für diese wolle andere – dünnere – nadeln nehmen sollte. aber schön (und schön weich) sind die socken allemal geworden. ich kann mir sehr gut ein strukturmuster auf dieser wolle vorstellen. 68g und größe 40 wären die fakten. und wie immer bei lila waren sie schwer zu knipsen.

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nochmal dibadu, dieses mal aber klassische sockenwolle, gefärbt als dreiklang. wir erinnern uns: die beste freundin war zu besuch. natürlich wühlte sie sich durchs wollregal und wäre es nach ihr gegangen, hätte sie jetzt gefühlte dreißig paar socken mehr. (und natürlich hat die geschichte mit der farbe mint doch noch kein ende – das wäre ja auch zu einfach gewesen). aber dann trudelte dieser dreiklang ein und den hat sie sofort okkupiert. kann sie gerne haben. aus dem wurden jetzt also leuchtende socken in größe 38, 65g schwer und mit den 2,5er dafürnadeln gemacht.

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und dann hab ich ein richtiges schätzchen aus drachenwollhausen gefunden und daraus socken in größe 40 gemacht. die haben ein kleines rippenmuster und das hab ich jeweils auf einer halben nadel am fuß weitergeführt. gearbeitet wieder mit den 2,5mm-dafür-nadeln, das gewicht liegt bei 73g.

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by the way: ich bin mir nicht sicher, ob ich mit der these, dass es „vor allem jugendliche mit migrationshintergrund sind“, die homophob reden und handeln, so mitgehen würde. da müsste man genauer hinschauen, wie diese aussagen zustande kommen und welchen hintergrund die haben. insgesamt zeigt der film aber eine tendenz, die ich bemerkenswert und erschreckend finde: es hat sich in bezug auf die akzeptanz schwul-lesbischer lebensweisen in den letzten jahren nicht wirklich etwas verändert. darüber kann auch die mediale präsenz von homosexuell empfindenden menschen in irgendwelchen daily-soaps nicht hinwegtäuschen.

ein filmchen, das ich schon seit einer weile posten wollte.

es handelt sich quasi um die zusammenfassung einer relativ ausführlichen reportage (die man von dem film aus auch erreichen kann). besonders spannend fand ich ein statement einer jungen frau, die über das „sich immer wieder outen müssen“ sprach.

bei mascha findet sich dieser kluge text.

mir ist beim lesen aufgefallen, dass ich aus meiner perspektive noch etwas ergänzen möchte.
mir ist bewusst, dass es heute ein immer noch seltenes bild ist, wenn ein mann strickt. dass stricken nicht immer eine weiblich konnotierte tätigkeit war, zeigt ein schneller blick in die geschichte. stricken war auch nicht immer entspannend oder hobby. aber das ist ein anderes thema.
mir ist auch bewusst, dass ich als person, die als mann wahrgenommen wird und gleichzeitig etwas tut, von dem angenommen wird, dass es eigentlich frauen tun, irritationen hervorrufe. das ist manchmal gut, manchmal sogar gewollt.

in den meisten fällen ist es aber so, dass ich einfach stricke, weil ich gerade in diesem moment lust dazu habe und die zeit günstig ist. dass das in der straßenbahn, im zug oder sonstwo stattfindet, liegt unter anderem daran, dass mein zeitvorrat limitiert ist und ich mir die zeit, die ich zum stricken verwenden kann, wie viele andere auch, organisieren muss. das ist aber noch lange kein grund, exotisierende reden über mich zu veranstalten.
beispiel gewünscht? bitte: ich sitze in einer beliebigen straßenbahn (oder sonstwo, wo noch andere menschen sind) und stricke erfreut an meinen socken. mir gegenüber sitzen zwei andere jemande. ich bemerke, wie es zuerst ruhig wird und dann eine kommunikation folgender struktur beginnt:

jemand (1): schau, ein mann der strickt
jemand (2): ja und wie schnell der das macht
jemand (1): und ohne dabei hinzuschauen (schaut in meine richtung)
jemand (2): also ich könnte das nicht (schaut auch in meine richtung)
(altrenativ: „früher hab ich auch ganz viel gestrickt, aber heutzutage…“)

das kann man variieren: gelgentlich wird die situation intimer und ein jemand greift mit der frage „darf ich mal anschauen“ nach meinem gestrick. zipelmütze!
wenn es sich um mann-frau-pärchen handelt, wird gelegentlich die frage diskutiert, ob der männliche part auch stricken sollte. in der regel lehnt der dies empört ab. (und bitte: ich sitze immer noch in hörweite). etc.

ganz selten passiert es, dass wirklich jemand interesse an der tätigkeit als solcher hat.

solche sachen sind einmal witizg. auch zweimal. dann aber nicht mehr. dass ich stricken kann ohne hinzuschauen, dürfte daran liegen, dass ich schon viele jahre trainiere. die meisten leute, die ich kenne und die eine ähnlich lange zeit stricken, können das auch. dass ich für socken keine anleitung mehr brauche, dürfte ungefähr dem gleichen effekt geschuldet sein.

auch dieses seltsame „über mich reden und mich dabei anschauen“ finde ich hochgradig merkwürdig. ich sitze da und habe offensichtlich zwei ohren und einen mund. und bin ansprechbar (es sei denn, ich habe gerade kopfhörer in meinen ohren – dann gebietet es die höflichkeit, mich nicht anzusprechen). und natürlich kann es sein, dass ich nicht immer besonders erfreut reagiere, wenn ich im zug darauf angesprochen werde, dass ich stricke. (und wirklich, der satz „oh, ein mann der strickt“ ist auch selten dämlich. das weiß ich alles ungefähr auch schon. zipfelmütze!)
ich renne doch auch nicht durch den zug und frage jede person, die weiblich aussieht und liest, ob sie das schon immer macht und bewundere sie dafür und erzähle, dass ich auch lese, nur weil lesen vor 130 jahren für frauen nur in einem sehr bedingten rahmen geziemlich war.

was will ich sagen: ja, ich weiß, dass es was besonderes ist. und ja, ich weiß auch, dass es irritiert. dennoch habe ich keine lust, auf so seltsame weisen exponiert zu werden. ich stricke und zwar sehr gerne und auch so oft es eben geht. und es gibt viele andere leute, die tun das auch. und viele stricken wesentlich besser als ich. allein die tatsache, dass ich als „mann“ etwas tue, was eigentlich „frauen“ tun, macht für mich keinen unterschied. und ich muss auch nicht immer darauf hingewiesen werden. ich freue mich, wenn leute interesse an der sache als solcher haben. aber das wäre für mich schon ein anderes thema.

einmal ganz schlicht: socken aus einer schwarzweißen fabelwolle. gestrickt (wie alle paare dieses mal) mit 2,5-dafür-strick-werkzeugen. und die sind in größe 45 und wiegen 80g.

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ein glück, dass ich von der wolle nochmal zwei knäule hab.

dann etwas schief geknipst, dafür haben die beim stricken wirklich spaß gemacht: leinenmischung von der zauberwiese. in größe 39 und 70g schwer und in farben, die ich gerne mag.

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und ein paar nur für mich, aus zitron-flamé aus dem dornröschenschloss. also größe 45. und 88g schwer und mit einem flechtzopf an der seite.

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den flechtzopf mag ich richtig gern. so an sich. wie man zöpfe eben mögen kann.

eben las ich hier, dass daniel radcliffe (ja, wir kennen ihn aus harry potter) das trevor project unterstützt. den entsprechenden film (trailer hier) kann ich wirklich empfehlen. und ein paar eindrücke aus der arbeit des projekts gibts im folgenden videobeitrag:

natürlich wäre es schöner, wenn es nicht notwendig wäre, dass solche projekte existierten. aber immerhin gibt es sie und ich glaube, dass sie einen wesentlichen beitrag dazu leisten, jungen menschen in wirklich schwierigen situationen unterstützung anzubieten.

ich habe ein paar nachträge und ergänzungen:

zum einen hat die zeit einen interessanten artikel über evangelikale christen, die aus deren kreisen oft verbreitete idee der reparativen therapien von homosexuell empfindenden menschen und die frage nach dem freiheitlichen wissenschaftlichen diskurs in diesem kontext veröffentlicht.
dazu noch zwei anmerkungen: zum einen wird im zusammenhang mit einem papier, das ein wissenschaftler verfasst hat, über die erhöhte suizidrate und die häufigere beobachtbarkeit von depressionen bei menschen (v.a. jugendlichen), die homosexuell empfinden, gesprochen. dazu bleibt einmal mehr zu sagen: ein aufwachsen in einer gesellschaft, in der sich ein einzelner zunächst vollkommen isoliert und “falsch” fühlen muss, da sie heterosexuell und nicht zwischen verschiedenen sexuellen orientierungen gleichberechtigt organisiert ist, führt sicherlich nicht so einfach zu einem gesunden und stabilen selbstwertgefühl. Und auch nicht zu bejahender selbstliebe wie unter gleichen bedingungen ein heterosexuell empfindender jugendlicher. dazu kann man hier mehr lesen.
(ein blick in schulbücher oder klassische werbesendungen reicht, um diese these zu erhärten – es gibt nahezu keine werbung, in der zwei männer einfach zusammen einkaufen gehen und dabei feststellen, dass die eine nudelsauce mit mais viel besser schmeckt, als die andere. oder die eine versicherung mehr “freiräume” einräumt als die mitbewerbende – beispielsweise. und wenn doch, dann ist mit sicherheit davon auszugehen, dass klassische stereotype diese sendung begleiten werden. zu diesem bereich gehören auch situationen wie die frage bei einem jungen nach der ersten freundin, der umgang mit dem thema in der schule und in der peergroup, die angst, dass der zweijährige, wenn er mit puppen spielen würde, womöglich ein homo werden könnte.
gerade diese idee ist immer noch präsent. ein blick in ein beliebiges forum zeigt, dass das thema immer wieder diskutiert wird – und auch wenn inzwischen klar ist, dass es keinen zusammenhang zwischen puppenspielerei und sexueller orientierung gibt, halten sich die beiträge, die eine „schwul ist genauso okay wie hetero“-perspektive einnehmen, sehr in grenzen).

der andere wesentliche punkt scheint mir zu sein, dass die kombination aus religiöser veränderungsperspektive und scheinbar psychologischer kompetenz eine nicht ungefährliche mischung ergibt. diese zielt im endeffekt auf den eben angedeuteten punkt ab: der versuch ist nicht, gesellschaftliche zusammenhänge als problematisch zu verstehen sondern dem einzelnen, der unter diesen – sehr vorsichtig formuliert – nicht wertschätzenden verhältnissen leidet, ein angebot zu machen, sich „verändern“ zu können. natürlich ist das perfide: es wird eine normativ aufgeladene idee der welt unterstützt, die es dem einzelnen schwer macht, sich darin willkommen geheißen zu fühlen und dann bietet man ihm an, dass er sich verändern kann. ebenso könnte man sich eine welt vorstellen, in der diejenigen, die zwei ungleich lange daumen haben (schauen sie schnell!) diejenigen sind, die nicht so recht in den (schöpfungs-/wasauchimmer-)plan passen und ihnen dann „heilung“ versprechen. das wäre genau das gleiche.

hier noch ein paar weitere schnelle links:
zum adoptionsrecht und dem rückzug der klage der bayerischen landesregierung gegen die stiefkindadoption findet sich hier ein guter beitrag.

und zur ganz alltäglichen homophobie ist hier ein besonders schönes exemplar von einem blogger notiert worden. hier wiederum findet sich eine interesannte studie zum thema.

und gestricktes gibts auch bald wieder….

ich habe in den letzten tagen festgestellt, dass ich es sehr schwierig finde, zwei verschiedene ebenen innerlich zu trennen, wenn es um ausgrenzung von menschen geht, die anders sind als die, die die angebliche mehrheit stellen.
in bezug auf das, was allgemeinhin als sexuelle orientierung beschrieben wird, stößt mir das besonders auf. viele diskussionen spielen sich auf einem sehr abstrakten und oft nahezu sterilen terrain ab. das hat sicherlich gute gründe, denn die argumentative auseinandersetzung damit benötigt einen möglichst „objektiven“ raum. auf der anderen seite kann dabei in vergessenheit geraten, worum es eigentlich geht: um menschen, die einen anderen menschen lieben. ausbuchstabiert also: um menschen, die einander vertrauen, die sich nacheinander sehnen, die leben miteinander teilen wollen. wie das im einzelnen aussieht, ist sicherlich sehr individuell – manche verwandeln ihre wohnung in ein kerzenmeer um dem anderen zu zeigen, dass sie ihn lieben. andere drücken sich mit worten, blicken oder gesten aus. ob es das gefühl ist, nicht alleine einzuschlafen oder die berühmte schulter – liebe lässt sich kaum in worte fassen.
heute sah ich zwei junge männer, die ganz ineinander versunken waren, in einem café sitzen. sie haben sich, so hätte man früher vielleicht gesagt, vollkommen genügt. und das gefühl ist ein anderes als das, was ich wahrnehme, wenn ich lese „dass schwule und lesben keine kinder adoptieren können“ oder das „homosexualität widernatürlich ist“. vielleicht ist es dieser transfer, der es einfacher machen würde, einander zu verstehen. und bei den vielen diskussionen, die ich für wirklich wichtig halte und die offensichtlich immer noch mehr als notwendig sind, kurz darüber nachzudenken, worüber da so heftig und auch oft verletzend gestritten wird: über menschen, die füreinander sehr viel empfinden.