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ich habe in den letzten tagen festgestellt, dass ich es sehr schwierig finde, zwei verschiedene ebenen innerlich zu trennen, wenn es um ausgrenzung von menschen geht, die anders sind als die, die die angebliche mehrheit stellen.
in bezug auf das, was allgemeinhin als sexuelle orientierung beschrieben wird, stößt mir das besonders auf. viele diskussionen spielen sich auf einem sehr abstrakten und oft nahezu sterilen terrain ab. das hat sicherlich gute gründe, denn die argumentative auseinandersetzung damit benötigt einen möglichst „objektiven“ raum. auf der anderen seite kann dabei in vergessenheit geraten, worum es eigentlich geht: um menschen, die einen anderen menschen lieben. ausbuchstabiert also: um menschen, die einander vertrauen, die sich nacheinander sehnen, die leben miteinander teilen wollen. wie das im einzelnen aussieht, ist sicherlich sehr individuell – manche verwandeln ihre wohnung in ein kerzenmeer um dem anderen zu zeigen, dass sie ihn lieben. andere drücken sich mit worten, blicken oder gesten aus. ob es das gefühl ist, nicht alleine einzuschlafen oder die berühmte schulter – liebe lässt sich kaum in worte fassen.
heute sah ich zwei junge männer, die ganz ineinander versunken waren, in einem café sitzen. sie haben sich, so hätte man früher vielleicht gesagt, vollkommen genügt. und das gefühl ist ein anderes als das, was ich wahrnehme, wenn ich lese „dass schwule und lesben keine kinder adoptieren können“ oder das „homosexualität widernatürlich ist“. vielleicht ist es dieser transfer, der es einfacher machen würde, einander zu verstehen. und bei den vielen diskussionen, die ich für wirklich wichtig halte und die offensichtlich immer noch mehr als notwendig sind, kurz darüber nachzudenken, worüber da so heftig und auch oft verletzend gestritten wird: über menschen, die füreinander sehr viel empfinden.

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4 Comments

  1. *unterschreib*
    Das hast Du wunderschön geschrieben.

  2. wunderbar!
    mehr kann ich dazu nicht sagen.
    umarmend,
    mascha

  3. Da geht einem das Herz auf, bei Deinen Worten, lieber Klemens.
    Liebe Grüße zur guten Nacht von Uta

  4. Mein tiefstes Mit-Empfinden, bin sehr gerührt, wie gut du es in Worte fassen kannst, danke Klemens! Liebe Grüße!


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