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ich habe ein paar nachträge und ergänzungen:

zum einen hat die zeit einen interessanten artikel über evangelikale christen, die aus deren kreisen oft verbreitete idee der reparativen therapien von homosexuell empfindenden menschen und die frage nach dem freiheitlichen wissenschaftlichen diskurs in diesem kontext veröffentlicht.
dazu noch zwei anmerkungen: zum einen wird im zusammenhang mit einem papier, das ein wissenschaftler verfasst hat, über die erhöhte suizidrate und die häufigere beobachtbarkeit von depressionen bei menschen (v.a. jugendlichen), die homosexuell empfinden, gesprochen. dazu bleibt einmal mehr zu sagen: ein aufwachsen in einer gesellschaft, in der sich ein einzelner zunächst vollkommen isoliert und “falsch” fühlen muss, da sie heterosexuell und nicht zwischen verschiedenen sexuellen orientierungen gleichberechtigt organisiert ist, führt sicherlich nicht so einfach zu einem gesunden und stabilen selbstwertgefühl. Und auch nicht zu bejahender selbstliebe wie unter gleichen bedingungen ein heterosexuell empfindender jugendlicher. dazu kann man hier mehr lesen.
(ein blick in schulbücher oder klassische werbesendungen reicht, um diese these zu erhärten – es gibt nahezu keine werbung, in der zwei männer einfach zusammen einkaufen gehen und dabei feststellen, dass die eine nudelsauce mit mais viel besser schmeckt, als die andere. oder die eine versicherung mehr “freiräume” einräumt als die mitbewerbende – beispielsweise. und wenn doch, dann ist mit sicherheit davon auszugehen, dass klassische stereotype diese sendung begleiten werden. zu diesem bereich gehören auch situationen wie die frage bei einem jungen nach der ersten freundin, der umgang mit dem thema in der schule und in der peergroup, die angst, dass der zweijährige, wenn er mit puppen spielen würde, womöglich ein homo werden könnte.
gerade diese idee ist immer noch präsent. ein blick in ein beliebiges forum zeigt, dass das thema immer wieder diskutiert wird – und auch wenn inzwischen klar ist, dass es keinen zusammenhang zwischen puppenspielerei und sexueller orientierung gibt, halten sich die beiträge, die eine „schwul ist genauso okay wie hetero“-perspektive einnehmen, sehr in grenzen).

der andere wesentliche punkt scheint mir zu sein, dass die kombination aus religiöser veränderungsperspektive und scheinbar psychologischer kompetenz eine nicht ungefährliche mischung ergibt. diese zielt im endeffekt auf den eben angedeuteten punkt ab: der versuch ist nicht, gesellschaftliche zusammenhänge als problematisch zu verstehen sondern dem einzelnen, der unter diesen – sehr vorsichtig formuliert – nicht wertschätzenden verhältnissen leidet, ein angebot zu machen, sich „verändern“ zu können. natürlich ist das perfide: es wird eine normativ aufgeladene idee der welt unterstützt, die es dem einzelnen schwer macht, sich darin willkommen geheißen zu fühlen und dann bietet man ihm an, dass er sich verändern kann. ebenso könnte man sich eine welt vorstellen, in der diejenigen, die zwei ungleich lange daumen haben (schauen sie schnell!) diejenigen sind, die nicht so recht in den (schöpfungs-/wasauchimmer-)plan passen und ihnen dann „heilung“ versprechen. das wäre genau das gleiche.

hier noch ein paar weitere schnelle links:
zum adoptionsrecht und dem rückzug der klage der bayerischen landesregierung gegen die stiefkindadoption findet sich hier ein guter beitrag.

und zur ganz alltäglichen homophobie ist hier ein besonders schönes exemplar von einem blogger notiert worden. hier wiederum findet sich eine interesannte studie zum thema.

und gestricktes gibts auch bald wieder….

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One Trackback/Pingback

  1. By endlich: heilung « Politically Correct on 12 Aug 2009 at 1:25 am

    […] weiterlesen im Bollwerk-Blog […]

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